Warum Unikate?

Unikat bezeichnet die Einzigartigkeit eines Objekts. Unikate sind die Antwort auf die Vereinheitlichung und Gleichmacherei des Lebens.

Ein Kennzeichen der Schöpfung

Alles was die Schöpfung, die Natur hervorbringt ist einzigartig. Es mag zwar viele Exemplare der selben Art, Rasse oder Spezies geben, wie z.b eine rote Hauskatze, aber auch sie wird nie genau dieselben Verhaltensweisen oder Fellmusterung aufweisen, wie eine andere.
Oder Blumen, z.b. Gänseblümchen – auch wenn sie auf den ersten Blick alle gleich aussehen – stellt man beim näheren Hinsehen fest, dass keines dem anderen gleicht.
Ein Kennzeichen der Schöpfung und der Natur ist also Diversität – Vielfalt. Diese Vielfalt ist ausschließlich – in der Natur gleicht kein einziges Ding dem anderen.

Menschen gemachte Uniformität

Die Menschen jedoch versuchen Gleichförmigkeit herzustellen: sie haben die Massenproduktion erfunden, die Anfertigung von sogenannten „Serien“, sie haben Reglementierungen erschaffen, um alle möglichen Bereiche des täglichen Lebens zu „vereinheitlichen“ und zu kontrollieren. Und um Profit zu machen.

Vereinheitlichung entfremdet

Vielleicht mag ein Teil dieser Vereinheitlichung ganz nützlich für das Überleben der Menschen sein, aber ich glaube, dieses Phänomen hat schon lange den gesunden Rahmen gesprengt: Das Einzigartige und Besondere eines jeden Individuums ist nicht mehr gefragt. Die Modeindustrie diktiert uns, wie wir uns zu kleiden haben, damit wir hip sind und „dazugehören“; viele unserer Berufe fordern von uns ein bestimmtes Image zu erfüllen, das z.b. vom Outfit und Verhalten in der Gesellschaft, bis zur Partnerwahl, zur Wohnsituation nebst Einrichtungsstil, zur Automarke und zum Reiseziel reicht.

Massenware und Konsumrausch

Weiter geht es mit Massenproduktionen von Gütern des täglichen Lebens sowie von Konsumgütern: Hundertausende Tuppertöpfe für den Weltmarkt, Geschirr, Autos, Möbelserien von Hersteller-Giganten, Klamotten fabriziert in Fernost, Schmuck, Wohn-Accessoires, Poster, Drucke… sogar Häuser von der Stange – alles ist zu haben.

Der  vereinheitlichte Mensch

Diese Vereinheitlichung macht aber nicht bei den Dingen halt, sondern greift ganz konkret in die Prozesse des modernen Lebens ein: unser Schulsystem ist ein gutes Beispiel dafür: Durch die Art  der Lehrpläne und deren Vermittlung werden hier einheitlich Kinder gefördert, die sogenannte „Linkshirner“ sind, die mehr auf der logischen Seite des Gehirns zuhause sind. Die „Rechtshirner“, die dagegen eher die kreative, bildhafte Gehirnhälfte benutzen, fallen durch das System. In den konventionellen Schulen wird ein Schema „F“ angewandt, ohne die verschiedenen Talente und Fähigkeiten der Kinder zu berücksichtigen. Mit welchen Konsequenzen hat unsere Gesellschaft dann wohl in ein paar Jahren zu rechnen?

Die Individualität geht verloren

Der Sinn für das Wunder geht verloren – und das Gefühl für Sinn im Leben schwindet. Wie sollte es auch anders sein, wenn der Mensch nicht mehr erleben darf, wie besonders, kostbar und einzigartig er als Individuum ist mit all seinen Stärken und Schwächen, dass gerade diese Kombination ihn als Individuum erkennbar macht.
Und dann: wie er sein Leben gestaltet: welchen Beruf er wählt oder sogar selbst kreiert, welche Tätigkeit er ausübt.

Mit was für Menschen und Dingen umgibt er sich?
In einer Gesellschaft, die die Rechtshirner nicht belohnt,  verlieren diese Menschen die Motivation und den Antrieb etwas Einzigartiges zu sein oder zu entwickeln.
Kunst und Kultur verarmen.

Der Mensch selbst als Unikat

In der Biologie jedoch wird der Begriff Unikat sogar auf den Menschen selbst angewandt: Allen Lebewesen sind genetische Codes, epigenetische Merkmale, individuelle Ontogenesen und andere Merkmale zu eigen die in derselben Kombination, nie wieder auftreten werden. Sie sind in aller Zeit und Raum einzigartig.

Die Künste und das Kunsthandwerk

Folglich spiegelt sich dies wieder in den Gegenständen, die der Mensch natürlicherweise von Hand schafft:
Im Kunsthandwerk z.b. und in der Kunst allgemein sind fast alle von Menschen erstellten Anfertigungen einzigartig. Eine Einzigartigkeit entsteht oft schon alleine durch kleine Beeinflussungen in der Technik, die der Mensch nicht im selben Maß gleichförmig ausführen kann wie beispielsweise eine Maschine.

Der Begriff Unikat betont im Gegensatz zur Massenware die Besonderheit und den gesteigerten Wert des Einzelnen, das durch Kunstfertigkeit oder Zufall entsteht.

Die kreative Neugier des Menschen

Der Mensch liebt eigentlich die Vielfalt, ist er doch selber Teil von ihr. Viele Menschen lieben es zu reisen, neue Länder, andere Kulturen kennenzulernen, exotische Küche auszuprobieren und fremdländische Souvenirs mitzubringen.
Seele und Geist des Menschen brauchen diese Erfahrungen aus der Begegnung mit dem Fremden, Neuen, Aufregenden, um zu wachsen, um sich inspirieren zu lassen, sich zu entfalten und um das Eigene, Unverwechselbare zu entwickeln und in die Welt zu bringen.
Wie aufregend war es doch, als der Euro noch nicht da war: die fremden Münzen im europäischen Ausland, das Umrechnen… jetzt gibt es in vielen europäischen Ländern Aldi und Lidl. Als ich vor einigen Jahren in Südfrabkreich war, hat das sehr gemischte Gefühle in mir ausgelöst.
Klar, das alles ist einfacher, komfortabler… aber ob es den tieferen Verlust wirklich aufwiegt?

Die eigene Einzigartigkeit kultivieren

Originär bleiben, also ursprünglich, eigenständig, ureigen im Sein, in den Talenten, den Bedürfnissen, den Werten…. den Erfahrungen …
An dieser Stelle kommt ganz selbstverständlich das kreative Element ins Spiel, das künstlerische. Wir können aktiv kreativ werden und uns künstlerisch betätigen, und wir können unser Konsumverhalten ändern und bewusster die Dinge mit denen wir uns umgeben, aussuchen.
Es könnte sein, dass wir dann feststellen, dass Geld-ausgeben viel mehr Spaß machen kann, wenn wir uns gewahr werden, dass wir durch den Erwerb eines Unikats, wie z.b. ein Gegenstand für unser Zuhause (Keramik, Kunstwerke wie Bilder und Skulpturen, Möbel, Textilien, etc. pp.) oder für unseren Körper (Kleidungsstücke, Schuhe, Schmuck, Taschen…), einen wertvollen nachhaltigen Gegenstand erworben haben, der uns nicht selten ein Leben lang begleitet und vielleicht auch noch für die Nachwelt von Bedeutung ist.

Profil zeigen durch die Dinge mit denen wir uns umgeben

Durch den Besitz von Unikaten geben wir uns zu erkennen, wir zeigen in der Masse von Moden und hippen Einheitsbrei Profil, wir weisen auf unseren eigenen Geschmack hin, auf unsere persönlichen Werte und auf unsere Authentizität. Wir bekennen Farbe.
Ein Unikat zeichnet uns aus als Individuum: wir haben es ausgewählt – niemand anderes außer mir besitzt dieses Teil noch einmal – es ist Teil meiner Identität geworden.
Häufig sind aus dieser Motivation und Faszination heraus z.b. beachtliche Kunstsammlungen entstanden – oftmals solche, die exotische, ethnische Stücke zum Inhalt haben.

Die Spiritualität der Materie

So kann der Mensch, der es wagt in Dinge zu investieren, die aus kleinen kunsthandwerklichen Manufakturen oder Ateliers stammen wieder erfahren, dass die Spiritualität einst auch in der Erde, in der Materie beheimatet war, nämlich in den Gegenständen, die durch kreative Hände liebevoll und kunstvoll geschaffen wurden und die dadurch noch beseelt sind.

Künstler und Künstlerinnen als Protagonisten/innen eines authentischen Lebens

Mitunter dienen die Künstler und Künstlerinnen dieser Werke mit ihren inspirierenden und kreativen Lebensentwürfen der Gesellschaft als Vorbilder und Hoffnungsträger für eine erstrebenswerte Zukunft.

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